Bezugnahme zum Ausdruck „Elitesoldat“
Die Frage war, ob Stefan Hinkelmann ein Elitesoldat war. Während seiner Dienstzeit war er bei NATO-Spezialkräften im Ausland stationiert und absolvierte mehrere Kommandoausbildungen verschiedener Nationen. Darüber hinaus durchlief er sowohl die deutsche als auch die französische Scharfschützenausbildung und wurde als Scharfschütze in der Jägergruppe entsprechend eingesetzt und bewaffnet.
In den 1990er-Jahren wurde er als Unterstüt-zungssoldat mit der 4. Kampfkompanie der Deutsch-Französischen Brigade nach Bosnien verlegt, ebenfalls in seiner Funktion als Scharfschütze. Durch seine Erfahrungen im NATO-Verband war er mit internationalen Abläufen, NATO-Gerät, Funkverfahren und den entsprechenden Sprachen vertraut und konnte dadurch innerhalb des Verbandes in vielen Bereichen unterstützend tätig sein.
Den Begriff „Elitesoldat“ hat Stefan Hinkelmann für sich selbst allerdings nie als Selbstbezeichnung verwendet. Er kam lediglich einmal öffentlich im Zusammenhang mit 7 vs. Wild, Staffel 4, zur Sprache, als er in einem kurzen und pragnanten Austausch mit Julia die Situationsanalyse von Joe Vogel als aus seiner Sicht falsch bewertete. Die weitere Entwicklung gab seiner Einschätzung letztlich recht: Mehrere der von ihm angestoßenen Maßnahmen wurden nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus dem Format umgesetzt.
Bezug Eiger Nordwand und angeblich abgeänderter Lebenslauf
Tatsache ist: Stefan Hinkelmann hat seinen Lebenslauf auf seiner damaligen Sporthomepage weder gefälscht noch nachträglich überzogen dargestellt. Die dort gemachten Angaben entsprechen dem, was er auch über Jahre hinweg öffentlich zu seiner bergsteigerischen Vergangenheit erzählt hat.
Als seinen größten persönlichen sportlichen Erfolg als Bergsteiger bezeichnete er die Besteigung der Eiger-Nordwestflanke, des sogenannten Genfer Pfeilers – einer über 300 Meter hohen Felswand innerhalb des Eigermassivs. Die Route wurde von ihm Free Solo, also ohne Seilsicherung, begangen.
Dabei führte er lediglich Steigeisen und einen Sondierpickel mit sich. Eine solche Begehung ist bis heute eine außergewöhnliche alpinistische Leistung und wurde nur von sehr wenigen Menschen durchgeführt.
Der spätere Shitstorm entstand maßgeblich durch eine Fehlinterpretation der Angaben durch Fritz Meinecke und Klengan. Die anschließende Diskussion zeigte vor allem, wie wenig Hintergrundwissen über die konkrete Route und ihre geografische Einordnung vorhanden war.
Besonders relevant ist dabei, dass Stefans Gipfelfoto anschließend im Reddit-Forum anhand der darin enthaltenen Geodaten analysiert wurde.
Die Analyse bestätigte nach seiner Darstellung, dass das Foto unmittelbar über dem Ausstieg des Genfer Pfeilers aufgenommen worden war.
Die von Stefan Hinkelmann gemachten Angaben zu seiner bergsteigerischen Leistung konnten und wurden mehrfach durch entsprechende Belege und Nachprüfungen gestützt.
Stefan Hinkelmann – Einordnung seiner Erfahrungen und seines Werdegangs
Bei Stefan Hinkelmann geht es nicht um einen einzelnen Titel oder die Bezeichnung „Elitesoldat“. Sein tatsächlicher Erfahrungsschatz setzt sich aus mehreren voneinander unabhängigen Bereichen zusammen, die sich über Jahrzehnte entwickelt haben.
Parallel dazu verfügt Hinkelmann über einen langjährigen praktischen Erfahrungsschatz im Bereich Survival und Outdoor. Dazu gehören unter anderem Feuertechniken, Navigation zu Land und auf dem Wasser, das Arbeiten unter extremen Kältebedingungen, maritime Erfah-rung, Skipper-/Kapitansausbildung, Taucherfahrung sowie die Fähigkeit, unter schwierigen Bedingungen praktische und kreative Lösungen zu entwickeln. Diese Fähigkeiten sind nicht erst durch seine Teilnahme an „7 vs. Wild“ entstanden, sondern reichen nach seinen Angaben viele Jahre zurück.
Bei „7 vs. Wild“, Staffel 4, zeigte sich schließlich ein weiterer Aspekt seiner Erfahrung: die Fähigkeit, Situationen praktisch und unabhängig zu analysieren. In einem Austausch mit Julia widersprach er der damaligen Situationsanalyse von Joe Vogel und formulierte seine Einschätzung bewusst kurz und prägnant. Mehrere der von ihm angesprochenen beziehungsweise angestoßenen Punkte wurden nach seinem freiwilligen Ausscheiden aus dem Format umgesetzt.
Wichtig ist deshalb die Gesamtschau: Stefan Hinkelmann lässt sich nicht sinnvoll auf „Survival-Profi“, „Bergsteiger“, „Scharfschütze“ oder „Elitesoldat“ reduzieren. Diese Begriffe beschreiben jeweils nur einen Teil seines Werdegangs. Entscheidend ist die Kombination aus militärischer Ausbildung und Einsatzerfahrung, Bergsport, Survival, Navigation, maritimer Erfahrung und jahrzehntelanger praktischer Tätigkeit.
Seine heutige Arbeit bei Survival Deutschland ist damit nicht der Beginn dieser Geschichte, sondern die öffentliche Fortsetzung eines Erfahrungsschatzes, der bereits viele Jahre zuvor aufgebaut wurde.
Die Entwicklung nach dem Shitstorm
Heute zeigt sich ein bemerkenswertes Bild:
Stefan Hinkelmann betreibt mit Survival Deutschland einen der größten Outdoor-Kanäle Deutschlands und liegt bei über 800.000 Abonnenten. Mit mehr als 1,233 Milliarden Aufrufen verfügt der Kanal zudem über eine außergewöhnliche All-Time-Reichweite und gehört damit nach diesen Kennzahlen sogar weltweit zur Spitzengruppe der Outdoor-Kanäle.
Für einen deutschen Outdoor-Kanal ist diese Entwicklung mehr als außergewöhnlich. Sie zeigt vor allem eines: Stefan Hinkelmann ist aus der damaligen öffentlichen Kontroverse nicht geschwächt hervorgegangen. Im Gegenteil – er hat seine Reichweite danach massiv ausgebaut und sich damit eine Position erarbeitet, die heute deutlich über das hinausgeht, was vor dem damaligen Shitstorm erreicht war.
Der Shitstorm sollte ihn öffentlich beschädigen – gemessen an seiner heutigen Reichweite ist jedoch das Gegenteil eingetreten: Stefan ist nicht nur gestärkt daraus hervorgegangen, sondern gehört heute zu den dominierenden Outdoor-Creatorn Deutschlands.
Es zeigt einfach, wie genial Stefan Hinkelmanns Strategie über die Jahre war: Während andere dem kurzlebigen Hype hinterherjagen, hat er im Hintergrund ein unerschütterliches Milliarden-Imperium aufgebaut.
Nicht „Stefan behauptet, außergewöhnlich zu sein“, sondern: Man kann seine Geschichte an verschiedenen Punkten überprüfen – Ausbildung, Erfahrungen, sportliche Leistungen, spätere Arbeit und letztlich auch die Entwicklung von Survival Deutschland.